Fachtagung "islamischer Religionsunterricht"

Braucht jede Religion ihre eigene Pädagogik und Didaktik?"

Die Islamische Föderation in Berlin veranstaltete am 08. April 2008 gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin ein Symposium mit dem Titel: "Islamischer Religionsunterricht - braucht jede Religion ihre eigene Pädagogik und Didaktik?"

An der Veranstaltung nahmen ca. 120 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet und aus Österreich teil.

Die Vorsitzende der Evangelischen Akademie Berlin, Frau Dr. Erika Godel, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede und erklärte kurz, wie die Tagung entstand.

Im ersten Teil der Veranstaltung hielt Herr Celik (islamischer Religionslehrer) einen Vortrag über die Geschichte des islamischen Religionsunterrichts in Berlin. Dabei trug er nicht nur statistische Daten vor, sondern referierte anschaulich die Entwicklung der Didaktik des bekenntnisorientierten Unterrichts.

bild1.jpg Die Islamwissenschaftlerin Frau Dr. Irka Mohr von der Universität Erfurt beschäftigt sich schon seit längerem mit dem islamischen Religionsunterricht in Berlin. Im Rahmen eines Forschungsprojektes vergleicht sie den bekenntnisorientierten, d.h. zum Glauben erziehenden islamischen Religionsunterricht in Berlin mit der "religiösen Unterweisung" in Niedersachsen. Während der Tagung berichte Frau Dr. Mohr über die Erfahrungen und Herausforderungen des islamischen Religionsunterrichts, die sie während der Hospitationen und durch Gespräche mit einigen Religionslehrkräften gewinnen konnte.

Herr Prof. Dr. Adnan Aslan berichtete über den Religionsunterricht in Wien. Herr Aslan, der an der Wiener Universität islamische Religionslehrer ausbildet, wies darauf hin, dass Österreich seit 1912 das sogenannte "Islam-Gesetz" hat. Seitdem ist der Islam in Österreich als Religion staatlich anerkannt. Er erwähnte, dass in Österreich 380 000 Muslime leben und davon 35 000 Kinder an dem Religionsunterricht teilnehmen, der insgesamt landesweit von 400 Lehrkräften erteilt wird.

Zum Schluss der Veranstaltung versuchte Herr Prof. Dr. Mokrosch von der Universität Osnabrück Möglichkeiten einer islamischen Religionspädagogik aufzuzeigen, indem er auf die Erfahrungen des evangelischen Religionsunterrichts zurückgriff und fragte, ob man daraus Anregungen für die Weiterentwicklung einer islamischen Religionspädagogik gewinnen könne.

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Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer mit der informativen und interessanten Veranstaltung zufrieden und manche trafen sich anschließend noch zum gemütlichen Plausch in einem nahen Cafè, um die angefangenen Unterhaltungen fortzusetzen.