Muslimische und christliche SchülerInnen gewinnen gemeinsam Stiftungspreis

Die evangelische Stiftung Senfkorn Pankow hatte im Juli 2008 unter der Schirmherrschaft von Dr. Christine Bergmann zum zweiten Mal einen Preis ausgelobt. Diesmal zum Thema „Feste feiern – Feiertage in den Weltreligionen“. Die Stiftung will Kinder und Jugendliche anregen, sich mit Religionen zu beschäftigen und Unwissen durch Wissen zu ersetzen. Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Toleranz und Weltoffenheit ist ihr ein besonderes Anliegen.

Schüler im Alter von 5 bis 17 Jahren konnten sich mit den drei Buchreligionen (Christentum, Islam, Judentum) beschäftigen. Die Ergebnisse und Erfahrungen durften dargestellt werden

· als Reportage · in einem Interview · auf Plakaten oder Bildern · als Film · als Theaterstück oder Tanz …

Muslimische und christlicheSchülerinnen der 4. Klassen in der Vineta-Grundschulein Berlin-Mittehaben den mit 400 Euro dotierten Sonderpreis gewonnen. Er galt ihrer im Oktober 2008 veranstalteten Feier für die Schulanfänger. Unter dem Motto „wir ziehen gemeinsam“ hatten sie mit ihren Religionslehrerinnen, Frau Palm von der islamischen Föderation Berlin und Frau Hild von der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, im Oktober 2008 eine gemeinsame Feier in der Humboldhain-Kirche ausgerichtet.

Muslimische und christliche Schüler sahen dabei mit ihren Eltern und Geschwistern in der Kirche das „Rübenspiel“. Dabei geht es um den Großvater, der eine dicke Rübe ernten will und sie allein nicht herausziehen kann. Begleitet vom „Rübenlied“ und mit Hilfe vieler Kinder (auch aus dem Publikum) schafften sie es gemeinsam, die Rübe zu ernten. Es war ein lustiges Spiel, in das die Kleinen interaktiv einbezogen wurden. Weitere christliche und muslimische Lieder, Lesungen aus der Bibel und aus dem Koran, sowie christliche und islamische Segenswünsche von Pfarrer Krause und Frau Palm trugen zum festlichen Eindruck der rundum gelungenen Feier bei.

Am Samstag, 28. März 2009 wurde der Sonderpreisden beiden Lehrerinnen sowie insgesamt 12 beteiligten Schülerinnenfeierlich überreicht. Die Jury würdigte ausdrücklich die vorbildliche Zusammenarbeit. Bei einer schönen Feier in den Räumen der Stiftung durften sie nochmals das Rübenspiel und –Lied in Anwesenheit ihrer Eltern und teilweise Geschwister auf der Bühne aufführen. Es gab eine Urkunde, Gratulationsreden, jede erhielt eine von der Stiftung gefertigte Zeitung mit Bericht, und im Anschluss wurde gemeinsam gegessen, gesungen und die Freude war groß.