Islamwoche 2016: Rückblick

Am 01.-03. November 2016 fand die traditionelle Berliner Islamwoche, die dieses Jahr unter dem Motto:

„Der Islam –  eine herausfordernde Bereicherung“ lief.

Die Veranstaltungen fanden im Roten Rathaus bzw. in der Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) e.V. statt. Es wurden insgesamt drei Themenfelder behandelt und diskutiert:

 

1. Verhältnis von Sharia und Demokratie (Referenten Dr. Iur. Ademi und Imam Ferid Heider):
Vor dem Hintergrund, dass der Islam stets mit Terror, Unterdrückung und Rückständigkeit in Zusammenhang gebracht wird, und aufgrund dessen die Muslime in Deutschland sich für ihre Religion immer wieder rechtfertigen müssen, ist ein regelmäßiger öffentlicher Austausch hinsichtlich dieser Thematik notwendig. Die absolute Mehrheit der Muslime hält das islamische Leben mit der hiesigen Lebensweise für vereinbar.

 

2. Antimuslimischer Rassismus (Referenten Prof. Dr. Benz und Prof. Dr. Schiffauer):
Der erste Rassist in der Geschichte der Schöpfung war der Satan, der sich wider dem Willen seines Herren nicht vor Adam verbeugen wollte. Diesen Ungehorsam begründete er damit, dass seine Abstammung, das Feuer, besser wäre als die des Menschen…
Angesichts der Wahlergebnisse der AfD und dem allgemeinen Zulauf hin zu rechten Gruppierungen scheint der Rassismus in Deutschland wieder aufzukeimen. Insbesondere der Antimuslimische Rassismus macht sich in breiten Teilen der Gesellschaft bereits deutlich bemerkbar. Dabei entstammen wir alle aus demselben Ursprung, einem Mann und einer Frau. So sagt Allah im Koran: „O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernen möget…“ (49:13)

 

3. Im Zeichen der Partizipation – Muslime in Deutschland (Referent Dr. Abdelhay):
Muslime leben schon seit mehreren Generationen in Deutschland, sodass im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr muslimische Organisationen, Vereinigungen, aber auch Privatpersonen versucht haben Strukturen aufzubauen, womit sie auch für die Gesellschaft einen Mehrwert erbringen. Der Prophet (sas) sagt: „Der beste unter euch ist derjenige, der den Menschen am nützlichsten ist.“ Im Laufe der Zeit haben sich immer mehr Muslime diesen Leitsatz auf die Fahne geschrieben. Anfänglich konzentrierten sich noch viele Angebote auf die muslimische Gemeinschaft selbst, doch im Laufe der Zeit partizipierten Muslime auch offen in der Gesellschaft an vielen Stellen mit. Sei es in der Bildungsarbeit, der Sozialarbeit, der Gemeindearbeit, der Öffentlichkeitsarbeit oder in anderen Bereichen.